Ulla Rossek

30.11. - 20.12. 2019
opening 25. 10. 2019    18 - 21 Uhr

 

 












In his book, “Das Geld im Talmud” [Money in the Talmud] (1930), money scientist Simcha Ejges examines the parts in the Talmud that relate to money. Dating back to the 1st to 5th centuries of our calendar system, they describe debates at rabbinic academies about how to apply the sacred scripture to everyday life, including how to deal with money that was on the edge of “pervading all aspects of life.”
The Talmudic examination of money is considered as grounded in the era of the Roman Empire. The entire coinage was under Roman control. Gold, silver, copper and brass coins were issued as currency. Brisk trading prevailed in the Roman Empire, where a large number of coin names and species circulated. With each new emperor, Roman coins were re-coined. The increasing number of alloy layers caused a huge rise in demand for money. Nero, for instance, determined that the weight of popular coins such as Aureus (gold coin) and Denarius (silver denarius) be reduced, which resulted in a change of the exchange rates of coin metals. 
But what, in fact, defines these coins as money?
According to the Talmud, an official proclamation alone is not sufficient to convert coins into actual money; this also requires the population’s approval. Provided that the barterers decide to accept the money, this allows it to circulate. Due to its being passed from one to another in barter, a currency receives its “circulation capacity” and thus its money form (cash). When the velocity of money suffers a loss, it becomes “bad” money, and in fact forfeits its nature as money. The non-use disrupts the circulation capacity of money and demonetizes a currency on the part of the population.
The severe punishment that Chinese emperor Kublai Khan (1212–1294) inflicted in case of rejecting his money shows just how dangerous a currency’s non-use can be for the sovereign who issues the money. He was the first one to introduce a paper currency, something that had no intrinsic value whatsoever. Under penalty of death, the people were forced to accept the banknotes in exchange for their goods. As a result, it was guaranteed that they again could be exchanged throughout the empire. The paper currency put into circulation under constraint worked as long as the amount of issued money didn’t exceed the reserves of silver and silk invested to serve as collateral. The exorbitant amount of money printed by the state to raise its own funds, however, caused inflations, which ultimately resulted in the elimination of the first paper money.   
Another reason for a coin getting a bad reputation among barters is, according to the Talmud, the rejection of the embossing that attracts one’s attention when dealing with this money. The embossed symbols should serve for identification and contribute to the population’s belief in the stability of the currency’s potency. When an embossing is met with disapproval, however, the circulation capacity of a currency is impaired.

Ulla Rossek
Translation: Janet Pacher








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Daniela Zeilinger

Mirage,mirage
26.10. - 15.11. 2019

opening 25. 10. 2019    18 - 21 Uhr

 
 
 
Daniela Zeilinger

mirage, mirage




Von Naturwegen diktiert, zeigt sich die „mirage“ als trügerische Annahme einer fiktionalen Wirklichkeit, ähnlich eines Betrugs, der durch wechselhafte Luftschichten unterschiedlichster Temperaturen entsteht und einst die Legende des „Flying Dutchman“ – ein Nährboden für künstlerische Produktionen und übersteigerten Pathos – schuf.

Ohne Zweifel forciert die „mirage“ Wirklichkeiten subjektiver, aber auch kreativer Wahrnehmungen, deren Infragestellung unvermeidlich ist.

Eine konkurrierende Beziehung zwischen wahnhaft, künstlerischer Interpretation und wissenschaftlicher Wahrhaftigkeit, die auch das polarisierende und historische Verhältnis zwischen Fotografie und Malerei prägte.



Wo Malerei als Fiktion galt, erschien die Fotografie als Dokumentation, um in kritischer Auseinandersetzung neue Repräsentationsformen von Wirklichkeiten auszutragen.

Obwohl sich dieses Verhältnis weitgehend gewandelt hat, befragt Daniela Zeilinger die Grenzziehung zwischen der Fotografie, als visuelle Wirklichkeitsdarstellung und der Malerei, als künstlerisches Werk der Imagination, in schichtweisen Arbeitsprozessen, die selbst einer „mirage“ gleichzusetzen sind.



Intuitive Zeichenschritte, sowie technische Zugänge der analogen und digitalen Fotografie bilden den Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Arbeit und ermöglichen ein breites Spektrum an Hybridbildungen von Fotografie und Malerei, deren Realitätsbezug weder in direkter Abbildung, noch in freier Interpretation besteht.

Ein manipulativ angelegter Schattenwurf, inszenierte Überlagerungen und mehrfache Bildreproduktionen bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Abstraktion und realer Bildkonstruktion. Fragmente der Malerei bilden sich in der Fotografie ab, während farbige Aspekte fast gänzlich ausgelassen oder durch technische Störbilder ersetzt werden, sowie minimal gehalten zur Kenntnisnahme zwingen.



Sukzessiv nähert sich die Künstlerin der Frage nach dem Potenzial der Konnexion von Malerei und Fotografie, wobei letztlich erst das schlussendliche Abbild ihres fotografischen Reproduktionsprozesses das Zusammenspiel von Intuition und Technik in eine ausgewogene Gesamtkomposition übersetzt und das Werk schafft.

Gleich einer „mirage“ manifestiert sich die Frage nach der Wirklichkeit der bildlichen Darstellungen, die mit subtilen Verweisen offenbart oder durch ein Schwarzweiß Verfahren gar ganz verschlossen bleiben können. Deutlich bleiben nur die Übersetzungs- und Transformationsprozesse der Künstlerin, die die Bedingungen der Hervorbringung von Bildern auf malerischer, digitaler und analoger Ebene zu hinterfragen versucht.



Daniela Zeilingers Werke operieren an verschwommenen Übergängen zwischen realer Darstellung, sowie der Täuschung und Wiedererkennung von Malerei und Fotografie, während beide Medien miteinander in Kombination gebracht werden, um dessen symbiotischen Zusammenschluss, sowie deren ästhetischen Eigenschaften zu verdeutlichen.



– Alexandra-Maria Toth








                                                Foto: D. Zeilinger






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Nadim Vardag

Neue Ordnung
14.09. - 04.10. 2019

opening 13. 09. 2019    18 - 21 Uhr

 
 
 
:D



Wenn auf Alte Muster, die letztjährige Ausstellung von Nadim Vardag in der Georg Kargl Box, nun eine Schau mit dem Titel Neue Ordnung folgt, ist es beinahe unmöglich der Versuchung zu widerstehen, dies als eine Form der ‚Titelpolitik’ zu interpretieren. Kein Wunder, gehören doch Titel – und all die anderen, sozusagen rituellen, Begleiter von Ausstellungen wie Einladungskarten, Poster oder Pressetexte samt der demonstrativen Nennung von Künstlernamen – zum festen Inventar dessen, was Alexander Alberro anhand der konzeptuellen Projekte der Künstler um Seth Siegelaub Ende der 1960er Jahre im Nachhinein als politics of publicity beschrieben hat. Nicht, dass es damit sein Bewenden gehabt hätte. Im Gegenteil hat sich die Situation heute dahingehend sogar noch verschärft, indem die einst instrumentellen politics of publicity unter aufmerksamkeitsökonomischem Druck insgesamt an die Stelle der Kunst, vom sekundären Rang auf den ersten Platz gerückt und somit substanziell geworden  sind. Die Kunst als System wurde damit zur visuellen Kommunikation, Kunstwerke manifestieren sich als Grafikdesign und social media-Kanäle flankieren diesen Zustand als eine neue Form individuellen Expressionismus’.  

Nadim Vardag weiß über solche Zusammenhänge natürlich Bescheid. Umso perfider allerdings, dass ich bisher keinen Weg gefunden habe, seinem veröffentlichungspolitischen Manöver nicht auf den Leim zu gehen. Dass ich die beiden Titel Alte Muster und Neue Ordnung entsprechend also im Sinne einer Entwicklungslogik lese, bei der aufs ‚Alte’ bekanntlich meist das ‚Neue’ folgt – wobei Neues in der aktuellen Ära des vielbeschworen Disruptiven nicht zwangsläufig Fortschritt sondern geradezu annoyingly oft Regression bedeutet: bei Start-ups und in der Kunst.

Und auch der Schritt vom ‚Muster’ zur ‚Ordnung’ macht mich nicht glücklicher, auch wenn dieser Schritt eine wesentlich vielversprechendere Form der Entwicklung als die von ‚alt’ nach ‚neu’ birgt. Musik ist nämlich dann drin, wenn sich ein kategorialer Lagenwechsel anzeigt. Selbst wenn wir uns in einem semantisch immer noch einigermaßen kohärenten Feld aufhalten, mögen Muster zwar, um als solche identifiziert werden zu können, Ordnungen folgen aber nicht jede Ordnung lässt automatisch auf ihr Muster durchblicken. Doch wer, außer Profilern, blickt da noch durch?

Die aktuelle Ausstellung im FOX bringt (nicht ganz so) Altes – druckgrafische Arbeiten mit dem Motiv des ‚Knotens’, gewebe- oder eben knotenartigen Strukturen, die in ähnlicher, älterer Form schon in der Box zu sehen waren – mit neuen Arbeiten zusammen, die – wie es sogenannte ungegenständliche Kunst gerne ist – sich nicht entscheiden mögen, ob sie nun lieber ‚Bild’ oder ‚Objekt’ sind und jedenfalls aus Material gemacht wurden, das üblicherweise Bilder von ihrer Umgebung abzugrenzen hilft: Rahmenleisten nämlich. Das ist in line mit früheren Arbeiten Vardags, die ins Zentrum des künstlerischen Geschehens geholt haben, was üblicherweise eher an dessen Peripherie und da an der Außenkante zur Kunst liegt: Verpackungskisten etwa, Stell- und Hängevorrichtungen, die uns gezeigt haben, was alles immer schon den Blick mitkonditioniert hat, wenn der oder die Sehende denkt, gerade Kunst gespottet zu haben. Nachdem Disruption, wie gezeigt, allerdings nicht automatisch Progression bedeutet, kann das als Akt und Verweis sehr wohl immer noch lustig sein, speziell, wenn man das prekäre Verhältnis von Muster und Ordnung nicht aus dem Auge verliert.


Text: Hans-Jürgen Hafner












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Harald Anderle

eo ipso
16.03. - 06.04. 2019

opening 15. 03. 2019    19 - 22 Uhr

 

 
 



an den bruchlinien, trennlinien.. berührungspunkte, schnittflächen, pinselstriche..

wirklichkeit ist arbeit an sich selbst..

eo ipso 
harald anderle, wien, 2019







Fotos: Stefan Lux





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Moser & Hummer

MEMBRANES ONLY
11.11. - 01.12. 2018

 
 

Produktion Michael Moser / Nik Hummer und FOX 
in Kooperation mit Wien Modern






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Elisabeth Kihlström

COURAGE, MON AMIE
25.10. 2018

 






 











 

Courage, mon amie is a performance that weaves together interviews with artists 
and designers about their live-and-work spaces, Kihlström’s own writing and fragments 
of the bibliography she compiled. Together they construct the room of a single dweller, her 
office for living. The voices are mixed with the urban fabric and the echo of history, mapping 
out a system that allows us to live alone together. Rest-Work-Leisure-Dressing: days in the cave.

Do 25.. Oktober 2018   19.00 Uhr


 


 
 










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Adrian Williams

 POEM AUTOMATON
15.09. - 05.10. 2018






Adrian Williams "Poem Automaton”

When Adrian shows me the pictures she’s going to show in her exhibition in Vienna, I immediately think of death. Because in these black and white photographic prints it is almost always somehow present. Stirring in a kind of blank space at the pictures center it looks as if someone has just (perhaps following a final phone call) ascended to heaven. That she or he, might have been swallowed by the lights reflection, absorbed - so beautiful and present are these ripped-out, white raster gaps, and all the more meaningful within them there alongside lonely landscapes and a prickly cactus’ realm. At once there is a bright specter facing the observer, then another, a figurative sculpture illuminating beings from beyond the afterlife, radiating as it would an Egyptian burial ground.
Perhaps for me, a somewhat delicate soul, the association with death arises from the fact that in many other works by Adrian Williams this seems to be a reoccurring concern. In one play ("Once Removed", 2014), the male protagonist, played by a female actress, struggles to makes sense of the impending death of his (her) brother. He is tasked with giving his brother permission to take his own life, to die before God, the law, and the whole world. Somehow, he owes his brother this debt. In another work, (“A Bed in The Hall", 2012) a man has convinced himself that he’s thrown another man from a window (or was it a building cornice, or a kind of French balcony - I don’t quite remember exactly, the character in the story was drunk ).
Somehow it doesn’t surprise me that a "Poem Automaton" speaks into this exhibition and installation: vocalized generic texts, not living, biological, or produced from the gut as by a purely intellectual process of the artist. No one knows when they will ultimately die. These poems are created in the manner of the surrealists "Cadavre exquis", "Delicious corpse" or "Delicious carcass", as one might say here in Austria. In line with the method of André Breton, initiated not only for the creation of images (familiar to us today), but a form that was also a text machine. One paints or writes just one / one element of content on a sheet of paper and folds it so that the person to whom the sheet is forwarded cannot see the previous content when adding the next piece. Body accumulations, collages, lumps and sculptures are created automatically. In Adrian's version, folders with different orientations ("sound", “subject", “purpose”, and “silence”) are organized on a computer, and filled with the artists voice recorded potential word combinations. An algorithm grabs random files from the respective folders and establishes new units strung together like pearls. Here at "Fox" a specific poem is created, prescribed to change with its next use. Inevitably it will have a different rhythm, chance delivering another chain of phrases. The automaton can also contain other source folders, expanding its potential, and may one day voice a love poem.1
When you play "Cadavre exquis", first one person, then the other trusts that after the head, for example, a body - and not the feet - will be drawn. However, it seems to me that the protagonists in Adrian's works are more likely toward self- determined actions than cooperation. In another story of hers ("The Right Triangle", 2007), which I now recall and which like those already mentioned I recommend reading, two women unknowingly share a single heating system and so the life of the one is unwillingly controlled by the other, leaving them existentially co-dependent. There is a parallelism of actions and matter, also materials, I might say, that could again generate new actions. For example the series of paper works ("Routines", since 2010), in which Adrian writes mini-narratives by hand associatively to images taken from a rich stock of her photographic snapshots. These narrative fragments are not about death per se, but often about an otherness, a whimsy, or some particular quality that inevitably excludes these fictional persons from their surrounding social order. In this way, they are quasi-dead.
While listening to the "Poem Automaton" an ever-re- instigated process, you sit on an amphitheater-like seating arrangement made up of discarded sofas. It is not a sculpture that tries to cover up its origins, nor does it promote such an arrangement in the self-made process à la hipster interior. Rather, one sees the individual parts of the unpretentious process of creation and at the same time resides in the well- known form of a staircase theater: parallelism of the materials on which one sits, parallelism of the words and sentences to which one listens.
I mention now much older works by Adrian, although I know that she can’t stand that: There were once performances that imitated variety shows and carnival acts. Actual competitions in which the audience participated. "Écriture automatique" is now a process that opposes this format, deliberately avoiding feelings such as competition. The automatic writing process ultimately argues for non-trust, but also for a non- accountability to any social conventions and norms, it makes them non-existent. If one takes the automaton method seriously as an artist, with all it’s fictions and illusions, new narratives arise in this setting. Whether these are less or more compelling than those produced differently - about this one is at once, and with the more time spent with the somewhat eerie "Poem Automaton", no longer safe. Poems and stories can appear as drops of water on the windshield of a car at dusk that we recognize as they move on in a self-determined manner and then, like the figures cast on wallpaper emerging in the dark as you fall asleep, suddenly stay with you. You do not have to be afraid of death. It resides in the here and now, same as the living.

Kerstin Cmelka in September 2018




 








                                         Foto: Stefan Lux

 

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